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Backyard-Ultra ist Geschichte - und Nina trotzt ihrer Verletzung

Ein spannendes Laufwochenende liegt hinter Ingo und Patrick. Der Westerwälder Backyard-Ultra ist Geschichte

Schon seit Längerem hörte man Ingo Meyerrose und Patrick George im Training über einen "Backyard-Ultra" munkeln. Und wer nicht weiß, was das ist, findet sich grundsätzlich in guter Gesellschaft. Ein Wettkampf der besonderen Art in jedem Fall. Hier Ingos Bericht:

" Nun war es endlich soweit! Am 5. und 6. Juni habe ich meinen ersten Backyard Ultra im Westerwald absolviert. Mein erster Ultra! Noch nie war ich in einem Wettkampf länger gelaufen als Marathon und nur in der Vorbereitung lief ich 1x 50km. Zusammen mit Patrick George, der schon mehrere Backyards absolviert hatte und mit 29 Runden einen sensationellen Bestwert hat, ging es am Freitagabend um 19 Uhr los. Es galt zu jeder vollen Stunde eine Strecke von 6,706 km zu absolvieren. Die Strecke war sehr anspruchsvoll, mit 100 Höhenmetern pro Runde. Besonders in Runde 2 und 3 gab es mehrere starke Platzregen und matschige Bedingungen. Der Zeltplatz, auf dem wir unser Versorgungszelt aufgebaut hatten, stand knöcheltief unter Wasser. Dies zwang uns bereits früh, Schuhe und Kleidung nach Runde 3 bzw. 4 zu wechseln. Ab dahin lief ich in Schuhen, mit denen ich gar nicht geplant hatte, zu laufen. Sie hatten aber eine Goretex Membrane und hielten dadurch meine Füße trocken. Leider war die Dämpfung nicht gut und es stellten sich schnell Knieschmerzen ein. Patrick erging es jedoch auch nicht besser, denn auch das Wechseln auf neue Schuhe mit trockenen Socken war nach einer Runde die Nässe direkt wieder zurück. Auch ein weiterer Wechsel führte bei Ihm nicht zu einer Verbesserung. Mit aufgeweichten Füßen hatte er sich dann entschieden, nach der zehnten Runde aufzuhören. Mit 67 km und 1.000 Höhenmetern war dies trotzdem eine Spitzenleistung.


Ich wechselte in Runde zehn ein weiteres Mal meine Kleidung und meine Schuhe und das war für mich ein GameChanger. Das Laufen fiel mir wieder leichter und auf einmal war mein Ziel von 15 Runden wieder erreichbar. Am Ende ging es sogar noch ein bisschen weiter, und der Körper hätte auch noch mehr gekonnt, aber der Geist wollte einfach nicht mehr. Trotz dieser Herausforderungen habe ich durchgehalten und bin stolz auf meine Leistung. Ich lief insgesamt 17 Runden, das sind 114 Kilometer mit 1.700 Höhenmetern, mit einer Gesamtlaufzeit von 11:22:20 Stunden, also einer Pace von 5:59 Min/km. 
Das wäre Platz 27 von 200 gemeldeten Startern, wenn das Format Backyard Ultra nicht die kuriose Besonderheit hat, daß alle Starter außer eine ein DNF in der Ergebnisliste haben, denn in diesem Format gibt es nur einen Sieger."

Lieber Ingo, lieber Patrick - ihr seid für uns trotz "did not finished" Sieger! Grandios, verrückt und beeindruckend!!

Eine Woche zuvor nutzte Nina Engelhard einen Urlaub am Gardasee, um wieder auf sich aufmerksam zu machen. Verletzungsbedingt aus dem Training gehebelt und daher in diesem Jahr nicht bei der Europameisterschaft im Berglauf (diese fand am 6. und 7. Juni statt) mit dabei, startete sie nach nur zwei Testläufen auf flachem Gelände beim Ledro Sky Trentino. Eine Strecke von 21,5 km, 1777 Höhenmetern galt es zu bezwingen und Nina lief als Gesamtvierte Frau ins Ziel. Liebe Nina, herzlichen Glückwunsch auch dir!