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100 Marathons und mehr
Hier der Rück- und Ausblick von Ferenc:
"So, das war er nun…. Mein 100. Marathon/Ultra und das bei meiner Lieblingsveranstaltung, dem Bilstein Marathon in Kleinalmerode am 12.04.2026. 100 Marathons/Ultras und das in 20 Jahren. Meinen ersten Marathon bin ich 2006 in Hamburg gelaufen. Das waren sehr schöne aber auch harte zwanzig Laufjahre mit vielen Höhepunkten und einer Menge Emotionen. Schauen wir mal was noch möglich ist….
Ich glaube, ich bin in den Jahren so alles gelaufen, was man als Läufer mal gelaufen sein sollte. In den ersten Jahren bin ich viele Hauptstadtmarathons gelaufen, zB. Wien, Paris, Stockholm, Rom, Berlin. Meinen ersten Ultra bin ich 2012 in Sardona, Schweiz, über 58km/4100HM gelaufen. Das war der Startschuss meiner Ultra-Karriere. Mittlerweile bin ich fünfmal den Zugspitzultra, 104km/5600HM, zweimal den Mauerweglauf, 160km, einmal den Biel 100km, zweimal den Transvulkania, 73km/4350HM, einmal die Brocken Challenge 86km/1900HM und bisher neunmal den Bilstein Marathon 1x 42km/1100HM, 7x 57km/1500HM, 1x 100km/2100HM gelaufen.
Dieses Jahr beim Bilstein Marathon konnte ich mich so gar nicht einschätzen. Ich hatte gut trainiert und meine Motivation, die ich das letzte Jahr irgendwie verloren hatte, habe ich wiedergefunden. Nach dem Start war ich auf Platz 7. Erst mal nicht schlecht und so versuchte ich, meinen Rhythmus zu finden. Nach ca. 5km war ich dann auf Platz 6. Nun ja - dann war ich ja nicht mehr weit von meinem gewohnten vierten Platz entfernt und das Rennen ging ja noch ein paar Kilometer…..Die nächsten Kilometer hatte ich immer zwei Läufer in Sichtweite vor mir. Einen, den ich nicht kannte, und Ron. So bei Kilometer 23-25 konnte ich mich ran arbeiten und überholen. Ron lief dann mit mir und so waren wir auf Platz 4 und 5. Die nächsten Kilometer haben Ron und ich uns dann gebattelt. Mal war er vorne, mal ich - aber keiner von uns beiden konnte sich so richtig absetzten. Am letzten langen Bergaufstück gelang es mir dann, mich ca 200-300m von Ron abzusetzen und ich dachte so für mich „Das war es jetzt“. Da habe ich aber die Rechnung ohne Ron gemacht. Kurz vor Ende des langen Bergabstück lief Ron an mir vorbei. Also wird es dieses Jahr nichts mit meinen auf Dauer gebuchten vierten Platz. An der nächsten Verpflegungsstation hatte ich ihn dann wider Erwarten doch noch einmal eingeholt. Ich sagte zu Ron „Lass uns die letzten Kilometer ins Ziel zusammen laufen“ und dieses taten wir dann auch. Beim Zieleinlauf wurden wir vom Streckenmoderator überschwänglich gefeiert. Kurz vor der Ziellinie verharrten wir für ein paar Millisekunden und versuchten, gemeinsam so durchs Ziel zu laufen, dass wir die gleiche Zeit haben. Hat leider nicht ganz geklappt, aber wir haben es versucht. Am Ende wurde ich, wie gewohnt, Vierter mit einer Sekunde Vorsprung. Ron, der Lauf mit dir hat richtig Spaß gemacht.Danke den Organisatoren und Helfenden für die super Veranstaltung.
Jetzt werde ich noch ein wenig übers Laufen sinnieren. Ich weiß nicht, was aus mir geworden wäre, wenn ich nicht irgendwann damit angefangen hätte zu laufen. Das Laufen hat mir so viel gegeben: mich selbstbewusster gemacht, mir innere Ruhe gegeben, mir gezeigt, was ein Körper so alles aushalten kann und im Stande ist zu leisten. Ich habe mir in schwierigen Situationen, nachdem ich meinen ersten Marathon gelaufen bin, gesagt „Hallo, ich bin einen Marathon gelaufen, also finde ich auch eine Lösung für schwierige Situationen oder Momente“. Das war vor meinem ersten Marathon nicht der Fall. Da bin ich solchen Situationen eher aus dem Weg gegangen. Ich war eher menschenscheu, habe lieber mein eigenes Ding gemacht. Ich hoffe, dass ich durch mein Laufen Andere motivieren konnte, denn jeder, der sich bewegt, tut sich was Gutes. Keiner muss das laufen, was ich laufe, um seinem Körper was Gutes zu tun. Hauptsache, man bewegt sich!"
Danke lieber Ferenc für diesen Bericht, den sicherlich Viele von uns, denen das Laufen so oder so einfach gut tut, bestätigen können. Wir sind gespannt, was die Zeit 100plus so bringen wird!
